KI als Rückgrat der Energiewende

Wie lässt sich die wachsende Komplexität unserer Stromnetze im Zeitalter von Dezentralisierung und Volatilität beherrschen? Auf dem Handelsblatt Energiegipfel 2026 in Berlin adressierte Prof. Antonello Monti diese Kernfrage und positionierte Künstliche Intelligenz (KI) als entscheidenden Wegbereiter für ein stabiles Energiesystem.

Offene Standards und europäische Souveränität

Im Zentrum der Diskussionen standen zwei wegweisende Initiativen, die die Brücke zwischen Forschung und industrieller Anwendung schlagen. Mit dem Projekt OpenEnergyTwin entsteht eine modulare Open-Source-Plattform die als echtzeitfähige Alternative zu proprietären SCADA-Systemen arbeitet. Ziel ist es den Weg für Innovationen im Bereich der Netzplanung und -steuerung zu ebenen.

Darüber hinaus stellte Prof. Monti die Initiative AI.Grid vor. Dieses ambitionierte Vorhaben, das maßgeblich von der Europäischen Kommission unterstützt wird, verfolgt einen kollaborativen Ansatz: Eine „Koalition der Willigen“ aus Industrie, Wissenschaft und Politik arbeitet gemeinsam an der Entwicklung eines offenen KI Foundation Models für den europäischen Energiesektor.

Ein offenes Ökosystem für Europa Das Ziel von AI.Grid ist es, weg von isolierten Einzellösungen hin zu einem skalierten, gemeinschaftlichen Standard zu gelangen. „Es ist ein offenes Projekt mit offenen Ergebnissen“, so Prof. Monti. Durch diesen Open-Source-Gedanken soll sichergestellt werden, dass europäische Netzbetreiber und Energiedienstleister auf eine technologische Basis zurückgreifen können, die Innovationen beschleunigt und gleichzeitig die digitale Souveränität Europas stärkt.