Die AI.grids Initiative
AI.grids entwickelt ein KI-Basismodell für den Betrieb von Energiesystemen. Das Projekt vereint Netzbetreiber, Forschungseinrichtungen und Industriepartner, um KI-Anwendungen für den Energiesektor zu entwickeln und zu validieren. Die Trainings-Basis bilden heterogene Daten aus europäischen Energienetzen sowie die Rechenressourcen integrierter europäischer AI-Factories.
Mit der fortschreitenden Transformation des europäischen Energiesystems steigen auch die Anforderungen an den Netzbetrieb. Die zunehmende Integration erneuerbarer Energien, die Elektrifizierung verschiedener Sektoren sowie die wachsende Zahl dezentraler Energieanlagen stellen Netzbetreiber europaweit vor neue Herausforderungen.
Vor diesem Hintergrund wurde AI.grids unter der Schirmherrschaft der Generaldirektion Energie (DG ENER) der Europäischen Kommission (EC) ins Leben gerufen. Das Projekt bildet eine der zwei Leitinitiativen des »Strategischen Fahrplans für Digitalisierung und KI im Energiebereich« (Strategic roadmap for digitalisation and AI in energy, Link zur Seite der EC). Ziel des Projekts ist die Entwicklung des ersten paneuropäischen KI-Basismodells für den Betrieb von Energiesystemen. Flankiert wird dies durch den Aufbau eines kollaborativen Ökosystems, das Netzbetreiber, Forschungseinrichtungen und Technologieanbieter zusammenbringt. Am 03. Juni fand die Unterzeichnungszeremonie statt, bei der 48 Konsortialpartner der Initiative beitraten.
Für das Training der Modelle und die Validierung der Anwendungen nutzt AI.grids Daten aus europäischen Übertragungs- und Verteilnetzen, sichere und interoperable Datenräume sowie Hochleistungsrechenressourcen europäischer AI-Factories. Untersucht werden dabei anfänglich u.a. foglende Anwendungsfelder, darunter:
- Prognosen
- Engpassmanagement
- Anlagenüberwachung
- Planungsunterstützung
- Flexibilitätsdienstleistungen.
Innerhalb des Konsortiums leitet das Fraunhofer-Zentrum Digitale Energie die Arbeitsgruppe WG2A und legt damit das Datenfundament für AI.grids. Sichere Datenkonnektoren sorgen dafür, dass sämtlicher Austausch von Daten und Modellen reguliert und im Einklang mit dem Common European Energy Data Space (CEEDS) erfolgt. Zu den Hauptaufgaben der Arbeitsgruppe gehören:
- Definition des Minimum Viable Dataset für das KI-Modelltraining
- Entwurf interoperabler Datenarchitekturen für europäische Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber
- Entwicklung synthetischer Daten für Fälle, in denen reale Betriebsdaten nicht geteilt werden können.
In den kommenden Jahren soll AI.grids die Grundlage für eine neue Generation KI-gestützter Lösungen für den Netzbetrieb schaffen. Gleichzeitig stärkt das Projekt die Zusammenarbeit innerhalb des europäischen Energiesektors und beschleunigt die Einführung vertrauenswürdiger KI-Technologien in Produktivsystemen.